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Artur Schmidt holt Bronze bei DM Jugend A

Mit hohen Erwartungen hatte Trainer Manfred Groß seine beiden Schützlinge bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend A in Langenlonsheim (Rheinland-Pfalz) antreten lassen.  Auch wenn Artur Schmidt, im Vorjahr Vizemeister, sich die Bronzemedaille erkämpfte, hält sich die Freude bei den Greifswaldern in Grenzen.
Artur Schmidt startete im 100kg Limit. Hier waren zwar lediglich sieben Starter über die Waage gegangen, aber das Los brachte den Greifswalder zusammen mit Kevin Drehmann, den dritten Deutschen Meister des Vorjahres, in einen Pool. Beim Kaderturnier Anfang des Jahres hatte Artur nur knapp gegen den Sachsen verloren. Nach einem Freilos am Freitag startete Artur mit einem souveränen Sieg über Daniel Wilhauk in das Turnier. Bei einem Punktestand von 8:2 beförderte er den Sportler vom TSV Herbrechtingen nach einem sauberen Kopf-Hüft-Wurf auf die Schultern. Am Nachmittag stand dann der entscheidende Kampf gegen den Favoriten an. Kevin Drehmann  vom KSV Pausa, der an der Sportschule trainiert, gelang es von Anfang an, Artur passiv aussehen zu lassen. Der Sachse war dem Greifswalder körperlich und kräftemäßig überlegen, so dass Artur nicht zum Zuge kam, sondern nur gegenhalten konnte. Schön aber, dass er auch, als er wegen Passivität in den Boden musste, gegenhalten konnte, so dass es Drehmann nicht gelang, die Rolle durchzubringen. Die Begegnung endete mit einem Punktsieg (4:0) für Drehmann. Mit der Zweitplatzierung im Pool war für Artur auch die Chance auf Silber verloren. Am Sonntag lieferte er jedoch einen schönen Finalkampf gegen Nico Schmidt ab und sicherte sich damit den Bronzerang. Nach einem Armdreher konnte Artur den Kontrahenten vom KSV Taisersdorf ganz überlegen schultern. Und das trotz einer Rippenverletzung.
Karl Marbach startete im 85kg Limit. Hier waren zehn Athleten gemeldet. Er begann am Freitag mit einem Punktsieg (10:2) über Ruben Pfeiffer von der SG Arheiligen. Mehrfach brachte er seinen Gegner per Rumreißer zu Boden, kämpfte aber verhalten, um Kräfte zu schonen. Am Samstag konnte er Arne Kornrumpf von der WKG Untere Nahe nach Soupless schultern. In den beiden folgenden Begegnungen gelang es Karl nicht, den Kopf frei zu bekommen. Beide Gegner waren ihm weder körperlich noch technisch überlegen, hatten jedoch stärkere Nerven. Karl kämpfte nicht energisch um die Faßart, zeigte nicht das überlegene Auftreten der letzten Turniere. Am Ende verlor er beide Begegnungen knapp nach Punkten (4:2 bzw. 4:5). Sicher hatte er im Vorfeld auch etwas Pech, da seit drei Wochen gesundheitlich angeschlagen und noch bis Donnerstag unter Medikamenten. Aber auch einige umstrittene Kampfrichterentscheidungen können die Niederlagen nicht erklären. Im Finale um Platz Fünf, als aller Druck von ihm abgefallen war, kämpfte Karl wieder wie gewohnt. Bereits in der ersten Runde konnte er Markus Chmiel vom RV Riegelsberg nach einem Soupless überlegen schultern. Nach dem vierten Platz im Vorjahr konnte Karl sich über den fünften Platz dann aber wenig freuen.
Trainer Groß fasst zusammen: „Natürlich hatten wir uns mehr erhofft. Aber wir haben gelernt. Artur Schmidt hatte Lospech. Wäre er im anderen Pool gelandet, hätte er gegen Drehmann im Finale gestanden und Silber gesichert. Drehmann war ihm natürlich körperlich überlegen. Artur muss Konsequenzen ziehen. Er wiegt lediglich 94 kg. Entweder, er geht auf 85kg oder er legt Gewicht zu, um im 100kg Limit mehr Masse entgegensetzen zu können. Karl hätte ganz klar im Finale stehen müssen, Das waren gleichwertige Gegner. Er muss einfach lernen, mit dem Druck umzugehen, dann steht er im nächsten Jahr am Ende endlich auch da, wo er hingehört.“
Ansonsten gab es für Mecklenburg-Vorpommern noch einen 6. Platz für Nikita Günter (76kg) vom SAV Torgelow. Seine beiden Teamkollegen Kevin Tran (54kg) und Max Mietzner (69kg) blieben diesmal noch ohne Chancen, gehörten allerdings auch zu den jüngsten Jahrgängen. Bei den Freistilern gab es Silber für Moritz Langer (42kg) vom PSV Rostock und Alexander Biederstädt (85kg) vom RV Lübtheen.
In zwei Wochen starten die Greifswalder zusammen mit den Torgelowern, den Lübtheenern und Demminern bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend. Hier liebäugeln sie nach dem überraschenden dritten Platz im Vorjahr wieder mit einer Medaille. Ein Platz unter den ersten sechs Mannschaften muss aber drin sein, meint Trainer Groß.
U.Marbach

 

DRB Sichtungsturnier

Zwei Sportler des Greifswalder Ringervereins sollten am vergangenen Wochenende beim Sichtungsturnier des Deutschen Ringerbundes den Bundestrainern ihr Können präsentieren. Während alle anderen Gewichtsklassen gut besetzt waren, stand für die beiden Greifswalder Talente leider jeweils nur ein Gegner bereit.
Artur Schmidt (100kg), im letzten Jahr Drittplatzierter der Deutschen Meisterschaft im 85kg-Limit , traf hier auf Kevin Drehmann vom KSV Pausa, ebenfalls Drittplatzierter, jedoch schon da in der Kategorie bis 100kg. Drehmann erzielte in der ersten Runde nach einem missglückten Armdreher für die Sicherung im Boden zwei Punkte. In der zweiten Runde griff Artur aktiver und zielgerichteter an, konnte aber eine knappe 3:2 Punktniederlage nicht mehr verhindern.
Karl Marbach konnte im 85kg-Limit Nikolous Papadopoulus vom SV Ebersbach besiegen. Gleich in den ersten Sekunden ließ sich Karl von einem Kopf-Hüft-Wurf überraschen, der dem Gegner vier Punkte brachte, obwohl Karl ihn übertragen konnte. In der zweiten Runde ließ Karl keine weiteren gegnerischen Wertungen zu und erkämpfte sich selbst vier Punkte mit Runterreißer, Sicherung im Boden und Rolle. Das Herausdrängen des Gegners aus der Kampfzone brachte dem Greifswalder einen weiteren Punkt und damit den Sieg nach Punkten (5:4). Im Anschluss an das Turnier erhielt Karl Marbach die Möglichkeit, an einem dreitägigen Techniktraining des Bundestrainers teilzunehmen.
Trainer Groß hatte sich von dem Kaderturnier mehr Kämpfe für seine Sportler erhofft. Die hätten sie als Vorbereitung auf die anstehende Deutsche Meisterschaft im April, bei der er schließlich von beiden eine Medaille erwartet, dringend benötigt. Für die zweite Ferienwoche steht darum ein Trainingslager in Weißrussland auf dem Plan.
Ute Marbach

 

KG Lübtheen beendet Oberligasaison auf Platz 3

Anfang Dezember konnte die KG Lübtheen II, die Kampfgemeinschaft der Greifswalder, Torgelower und Lübtheener Ringer, im letzten Duell der Oberliga noch mal mit einem Sieg aufwarten und in Kiel die Kampfgemeinschaft Kiel/Lübeck mit 15:12 bezwingen. Die Greifswalder Artur Schmidt (98kg, FR) und Artur Leimann (66kg, GR) sowie die Lübtheener Silvio Klink (59kg, FR) und Alex Fuhr (70 kg, FR) konnten diesmal nicht punkten. Für die KG Lübtheen erfolgreich waren die Greifswalder Ilian Marziev, Christoph Jarmer, Karl Marbach und Bahaeddin Moradi. Marziev siegte kampflos, da die Gastgeber die Klasse bis 75 kg nicht besetzen konnte. Moradi konnte im klassischen Stil im 130kg-Limit einen Punktsieg über Varos Petkaiaen erzielen und seiner Mannschaft damit drei Punkte sichern. Und das, obwohl er deutlich weniger Gewicht auf die Waage brachte als sein Gegner. Marbach (85kg, GR) punktete mehrfach mit Armdreher und Rolle und beendete seine Begegnung mit einem deutlichen 15:0. Sein Sieg wegen technischer Überlegenheit brachte dem Team vier Mannschaftspunkte. Vor der letzten Begegnung des Abends stand es 12:11 für die Kieler. Alles war noch offen, der letzte Kampf sollte die Entscheidung bringen. Einen deutlichen Schlusspunkt setzte jedoch erneut Jarmer im freien Stil der 75kg-Klasse. Nach einem Beinangriff von Magamed Magamedov klammerte Jarmer sich an dessen Fuß, sperrte den Kopf, nahm den Kieler in die Zange und zwang ihn gnadenlos unter dem Jubelschrei seiner Mannschaft auf den Rücken. Mit diesem Schultersieg bescherte er der KG Lübtheen II vier weitere Mannschaftspunkte und damit den Sieg über die KG Kiel/Lübeck.
Damit beendet das junge Team von Trainer Manfred Groß die Saison 2015 in der Oberliga Gruppe Nord auf dem dritten Platz. Eigentlich war man mit höheren Erwartungen angetreten. Der zweite Platz hätte es auch werden können, doch zur Rückrunde in Hamburg war der Lübtheener Teil der Mannschaft fünf Minuten zu spät zum Wiegen erschienen. Zwar wurden die Kämpfe noch ausgetragen, aber die Begegnung ging dem Reglement entsprechend trotz aller Proteste mit einem 24:0 Sieg für die Hamburger in die Liste ein, obwohl die KG Lübtheen II mit 13:9 siegte. Für das Team erfolgreich waren die Greifswalder Christoph Jarmer (75kg, GR, Technische Überlegenheit), Karl Marbach (85kg, GR, Punktsieg) und Bahaeddin Moradi (130kg, GR, Technische Überlegenheit) sowie der Lübtheener Alexander Biederstädt (98 kg, FR, Technische Überlegenheit).

Ute Marbach

Venne Cup in Herning

Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Ringern aus dem dänischen Herning und den Vereinen aus Vorpommern währen bereits über 20 Jahre. Trotz der großen Entfernung nutzten die Greifswalder auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit, beim Venne-Cup des Brydeclub Herning zu starten. Ausgerichtet wurde das Turnier in vier Alters- bzw. Leistungsbereichen. Neben den Neulingen (Jahrgänge 2008-2005) waren die Jugend (Jahrgänge 2004-2001), die Junioren (Jahrgänge 2000 bis 1995) und die weibliche Jugend vertreten. Bei diesem Turnier gingen 164 Aktive an den Start.
Die fünfzehn Greifswalder Athleten um Trainer Manfred Groß sicherten sich elf Medaillenränge, drei vierte Plätze und einen 7. Platz.
Gold gab es bei den Junioren im 76 kg Limit für Ilian Marziev, der am Ende zudem als Bester Kämpfer des Turniers ausgezeichnet wurde. Im Poolfinale hatte er zuvor in einer spannenden Begegnung seinen Trainingspartner Christoph Jarmer nach Punkten besiegt, wenngleich hier jedoch die Wertungen des Kampfrichters mitunter fragwürdig waren. Christoph blieb damit nur noch die Chance auf Bronze. Wie schon zwei Mal in den Vorrunden schulterte er auch seinen Finalgegner nach Soupless. Bronze konnte sich auch Artur Schmidt (100 kg) sichern. Karl Marbach (85kg) kämpfte sich mit zwei Schultersiegen ins große Finale, musste sich hier aber dem starken Polen Patryk Boniecki, Vizemeister der Kadetten-EM 2012, geschlagen geben. Am Ende aber Silber für den erst 15 Jahre alten Jungen in der Altersklasse der bis zu 20 Jahre alten Athleten. Einen vierten Platz gab es dann bei den Junioren noch für den ebenfalls erst 15 Jahre alten Artur Leimann (63 kg), der endlich im  griechisch-römischen Stil angekommen zu sein scheint.
Bei der Jugend überzeugte in stark besetzten Gewichtsklassen erneut das Bruderpaar Sulim und Samad Abdursakow. Nach zwei schönen Schultersiegen nach Armdreher konnte Sulim (38 kg) das Finale jedoch nicht für sich entscheiden. Silber für den jüngeren der beiden also. Samad (53 kg) ging gleich in seiner ersten Begegnung einem Kopfhüftwurf hinterher und hatte damit nur noch die Chance auf Bronze. Nach einem Schultersieg konnte er als Poolzweiter auch das kleine Finale mit einem Schultersieg beenden und sich über Bronze freuen. Ebenfalls Bronze gab es für Geworg Ibashyan (59 kg), der seinen Teamkollegen Tim Wichmann auf den vierten Platz verwies. Auch Max Fritzsche landete in der zahlenmäßig stark besetzten Gewichtsklasse bis 47 kg auf dem undankbaren vierten Platz. Er hatte vier Poolkämpfe zu bestreiten, von denen er drei mit Schultersiegen beendete. Das Finale um Bronze ging über die volle Kampfzeit, endete aber trotz seiner stetigen Angriffe nicht zu seinen Gunsten. Marlon Plönzke (66 kg) blieb diesmal ohne Chancen.
Bei den Mädchen siegte Sophia Kniephoff über ihre jüngere Schwester Sarah. Da die beiden keine weiteren Gegner hatten, konnten sie sich in ihrem ersten Einzelturnier über Gold und Silber freuen.
In der jüngsten Altersklasse zeigten Tom Mielke (32 kg) und Ben Münchow (35 kg) schöne Kämpfe. Beide mussten sich nur einmal geschlagen geben und erkämpften Silber. Tom attackierte seine Gegner zielsicher und mutig, setzte vor allem auf Armdreher sowie Armdurchzug und sicherte sich damit zwei Schultersiege. Auch Ben schulterte seine Gegner nach Armdreher bzw. Kopfhüftwurf.
Trainer Groß zog am Ende eine positive Bilanz: „Trotz kleiner Fehler in einigen Begegnungen wiesen meine Sportler im gesamten Turnierverlauf ihr hohes Leistungspotential nach und zeigten durchweg selbstbewusstes und offensives Kampfverhalten.“
Ute Marbach 

Oberliga: KG Lübtheen – SC Roland Hamburg

Nach der Heimpleite vor zwei Wochen konnten die KG Lübtheen II, die Kampfgemeinschaft der Ringer aus Greifswald, Lübtheen und Torgelow, am vergangenen Samstag in der Ringerhalle in der Krullstraße den SC Roland Hamburg klar bezwingen und damit in der Tabelle der Oberliga Gruppe Nord auf den zweiten Platz vorrücken.
Das Team profitierte zunächst davon, dass die Gäste sowohl die höchste als auch die niedrigste Gewichtsklasse nicht besetzen konnten. Damit strichen Torsten Schmal (59 kg) und Bahaeddin Moradi (130 kg) kampflos jeweils vier Mannschaftspunkte ein. Alex Fuhr (66 kg, FR) sicherte in einem über die volle Kampfzeit von sechs Minuten gehenden spannendenden Duell mit seinem Punktsieg (11:4) über Hussein Karimov der Mannschaft zwei Punkte. Anschließend konnte Peter Groß im 96 kg-Limit wegen Technischer Überlegenheit (17:1) vier weitere Mannschaftspunkte beisteuern. Trotz der Niederlage ist dem Hamburger Trainer Tomas Matz Respekt zu zollen, der hier als 55-Jähriger selbst angetreten war, um die Startberechtigung seiner Mannschaftat zu sichern. Ohne Chancen blieb Artur Leimann (70 kg, GR) gegen Hussein Karimov. Auch Jonas Fentzahn (75 kg, FR) konnte gegen den erfahrenen Hamburger Artur Guloyan nicht punkten. Alexander Biederstädt (86 kg, FR) ließ das Punktekonto der Gastgeber mit seinem Sieg über Levon Asatrjan wegen Technischer Überlegenheit (15:0) jedoch um weitere vier Punkte anwachsen. Einen schönen Schlusspunkt setzte der Greifswalder Christoph Jarmer (75 kg, GR), der im letzten Kampf des Abends seinen Hamburger Rivalen Sanel Halilovic schon in der zweiten Kampfminute nach Soupless schulterte und damit die Halle jubeln ließ.
Weiter geht es für die KG Lübtheen II in der Oberliga am 21.11. mit der Rückrunde gegen die KG Hennigsdorf/Tegel. Will das Team weiter vorrücken, ist hier auch hier ein Sieg notwendig.

U.Marbach

Oberliga: KG Lübtheen – KG Hennigsdorf/Tegel

Nach drei Jahren gibt es in Greifswalder endlich wieder Mannschaftskämpfe im Oberligabereich. Die Greifswalder Ringer treten aus Kosten- und Kadergründen in der Oberliga Gruppe Nord gemeinsam mit Athleten aus Torgelow und Lübtheen als KG Lübtheen II an. Nach dem gelungenen Saisonauftakt vor zwei Wochen – hier hatte man in Lübtheen die KG Lübeck/Kiel mit 20:9 geschlagen, hoffte man am letzten Samstag natürlich auf einen weiteren Sieg. In der heimischen Ringerhalle in der Krullstrasse traf die KG Lübtheen II auf die KG Hennigsdorf/Tegel. Die wiederum hatten vor zwei Wochen den SC Roland Hamburg dominiert.
Eigentlich ist der Aufstieg in die Regionalliga erklärtes Ziel, aber dass man die Berliner diesmal gewiss nicht schlagen wird, war Trainer Groß wohl schon klar, als er sah, dass die Hauptstädter bis auf Mick Schrauber nur mit erfahrenen Füchsen angereist waren, alle um die 28 Jahre und älter. Greifswald hingegen präsentierte eine junge Mannschaft, die meisten gerade mal 15 bis 17 Jahre alt. Und so war das Endergebnis von 9:19 dann auch keine so große Überraschung.
Die Punkte für die Gastgeber sicherten Alexander Ginc (59 kg, GR) wegen Aufgabe (4 Punkte) des Gegners, Christoph Jarmer (70 kg, GR) mit Schultersieg (4 Punkte) und Bahaeddin Moradi mit Punktsieg (1 Punkt). Star des Abends war ohne Frage Christoph Jarmer, der lediglich 30 Sekunden benötigte, um André Paris auf die Schulter zu zwingen. Als er beide Arme des Gegners geschnürt hielt und alle den Wurf nach hinten erwarteten, legte er ihn, als dessen Zug nachließ, geistesgegenwärtig nach vorn direkt auf Schulter ab. Das brachte ihm neben dem Jubel der Mannschaft einen begeisterten Aufschrei des Publikums und tosenden Beifall ein. Dem schlanken Greifswalder traut man auf den ersten Blick solche Kraftaktionen gar nicht zu, aber wer sich auskennt in der Greifswalder Ringerszene, der weiß, dass Christph Jarmer genau für solche Aktionen bekannt ist.
Pech hatte Artur Schmidt (98 kg, GR), der sich während des Kampfs eine Schulterverletzung zuzog, die ihn zur Aufgabe zwang. Steffen Jung (75 kg, FR) musste sich der technischen Überlegenheit seines Gegners fügen, konnte – noch neu in der Mannschaft – sein Trainingskönnen hier nicht vollständig abrufen. Artur Leimann (66 kg, FR) konnte eine Schulterniederlage gegen den Berliner Meister Nick Schraube nicht verhindern. Zwar 85 kg schwer, aber mit 15 Jahren dennoch das Küken der Mannschaft, musste sich Karl Marbach (86 kg, FR) am Ende nach Punkten geschlagen geben. Sein erster Einsatz in der Liga ging gleich über die volle Kampfzeit von sechs Minuten und noch dazu im Freistil. Im Jugendbereich sind lediglich vier Minuten üblich. Zwar war sein 28jähriger Gegner Tim Siebert, Mitteldeutscher Meister, konditionsmäßig in der zweiten Runde am Ende, aber auch Karl fehlte da dann die Kondition für den von Trainer und Mannschaft geforderten entscheidenden Angriff.
Am spannendsten war die Begegnung zwischen dem Greifswalder Ilian Marziev (75 kg, GR) und seinem Berliner Kontrahenten Michael Martinke, mehrfacher deutscher Meister und Teilnehmer bei Europa- und Weltmeisterschaften. Zwar lag Ilian schnell nach Punkten hinten, aber er machte auf die Zuschauer  dennoch immer den Eindruck,  als könnte er das Ruder noch rumreißen. Als jedoch beide zum Wurf Brust gefasst hatten und die Halle den Atem anhielt, riskierte Ilian nicht sofort. Dieses  leichte Zögern reichte Martinke. Erfahren nutzte er den Stillstand, fing den Wurf ab und zwang Ilian auf die Schulter. Dennoch ein spannendes Duell auf Augenhöhe.
Auf die Frage, warum er nicht auch erfahrenere Kämpfer zum Einsatz gebracht hat, erklärt Coach Groß, dass die Fans hier in Greifswald natürlich auch Greifswalder Ringer auf der Matte sehen wollen. „Außerdem geht es doch nicht allein darum, auf Biegen und Brechen zu gewinnen. Die Jungs, die nachrücken sollen, brauchen Kämpfe, um Erfahrungen sammeln zu können. Gebt denen mal noch ein zwei Jahre, dann sieht das schon ganz anders aus.“
Ute Marbach

 

Internationaler Brandenburg Cup Frankfurt/Oder 2015

Beim internationalen Brandenburg-Cup in Frankfurt, dem derzeit größten Ringerturnier in Ostdeutschland, gingen am vergangenen Samstag insgesamt 450 Sportler aus neun Nationen, darunter Russland, Ungarn, Schweden und natürlich Deutschland über die Waage. Hochklassig besetzt bietet das Turnier eine hervorragende Möglichkeit des internationalen Leistungsvergleichs. Die wollten natürlich auch die Greifswalder Ringer um Trainer Manfred Groß sich nicht entgehen lassen. Mit nur sechs Athleten konnte sich das kleine Team unter den 81 angetretenen Vereinen in der Gesamtwertung immerhin Platz 28 sichern.
Großen Anteil daran hatten Geworg Ibashyan, Karl Marbach und Samad Abdursakow.
Im 58 kg Limit der C-Jugend konnte sich Geworg Ibashyan nach nur einem Schultersieg schon über Gold freuen.
Schwerer hatte es da Samad Abdursakow, der in der 50kg-Klasse dieser Altersklasse startete. Gerungen wurde hier im Poolsystem. Zunächst landete Samad starke Schultersiege gegen zwei deutsche Sportler, hatte dann aber gegen einen ungarischen Kontrahenten das Nachsehen. Als Poolzweiter zog er ins kleine Finale um Platz 3 ein. Die greifbar nahe Medaille setzte enorme Kräfte frei. Und so lieferte er sich mit Eric Hofmann vom RSK Gelenau ein wahrhaft spannendes Duell, das er nach einem schönen Wurf mit einem Schultersieg für sich entscheiden konnte. In der C-Jugend also durch Samad Abdursakow mit Bronze eine zweite Medaille für die Greifswalder.
Auch die beiden anderen Greifswalder Starter in der C-Jugend, Ben Münchow (34 kg) und Sulim Abdursakow (38 kg), verkauften sich angesichts der starken Konkurrenz gut, konnten sich aber nicht platzieren.
Karl Marbach musste bei den Kadetten in der Gewichtsklasse bis 85 kg einem starken internationalen Starterfeld die Stirn bieten. In den Vorrundenkämpfen ließ er keinen Zweifel an seinen Fähigkeiten aufkommen. Technisch überlegen besiegte er Edgar Shklyar von der Sportschule Frankfurt/Oder und zwang anschließend Konstantin Bunin aus Russland nach Arm-Dreh-Schwung auf die Schulter. Im Finale jedoch verfiel er in alte Muster und ließ sich zu stark vom Auftreten des wurfstarken Polen Maciej Czarnecki beeindrucken. Trainer Groß gab sich nicht überrascht: „Ich kenn meine Jungs. Karl hab ich schon vor dem Kampf angesehen, dass wieder mal der Kopf nicht frei war. Daran müssen wir eben noch arbeiten. Dafür fahren wir ja zu solchen Turnieren.“ Am Ende Silber für Karl und damit die dritte Medaille für die Ringer vom Bodden.
Schwer hatte es Artur Leimann im mit 23 Startern stark besetzten 63kg-Limit der Kadetten. Der erst seit kurzem in Greifswald trainierende Jugendliche, war bisher im Freistil aktiv. Die Umstellung auf den klassischen Stil macht ihm zu schaffen. Da bei den Kadetten im Ko-System gerungen wurde, d.h. eine Niederlage hat das sofortige Ausscheiden zur Folge, blieb Artur am Ende der 14. Platz.
Für die Greifswalder stehen in den nächsten Wochen neben den Ligakämpfen weitere Einzelturniere auf dem Plan.
U.Marbach

 

20. Internationaler Boddenpokal

Auch in diesem Jahr haben sich die Anstrengungen bei der Vorbereitung des traditionellen Boddenpokals gelohnt. Mit 112 Startern war das nun bereits zum 20. Mal ausgetragene Turnier zwar zahlenmäßig nicht so gut besetzt wie in den Anfangsjahren, aber an Qualität war wieder einiges zu erleben.
Unter den 16 Mannschaften aus Weißrussland, Finnland, Estland, Litauen, Polen und Deutschland konnte sich der Greifswalder Ringerverein als Pokalverteidiger behaupten. Auf den zweiten Platz kam der SAV Torgelow, gefolgt vom Team aus Weißrussland.
Das Ergebnis ist besonders erfreulich als bei den Greifswaldern viele Wettkampfneulinge über die Waage gingen. So zum Beispiel Zoey Plönzke (25 kg), die das Ganze noch recht spielerisch anging, sich aber am Ende über die Bronzemedaille freuen konnte.  Erfan Hosini (25 kg, Jgd. D) musste verletzungsbedingt leider ausscheiden. Wir wünschen ihm gute Besserung und hoffen, dass er bald wieder trainieren kann. Für Elias Liemba war es das erste Turnier überhaupt. Der sechsjährige Junge zeigte keine Angst und versuchte tapfer anzuwenden, was er im Training gelernt hat. Gegen seinen Teamkollegen Tom Lewin Mielke zog er allerdings den Kürzeren und belegte am Ende nach diesem den 6. Platz im 31 kg – Limit der Jugend D. Auch Sadeq Mosadeq und Louis Nagel (beide 22 kg, Jgd. D) schnupperten die erste Wettkampfluft. Trainer Groß freute sich, dass die beiden Jungen, die erst seit kurzem trainieren, sich schon an einen Wettkampf herantrauten. Sadeq sicherte sich Bronze, Elias kam auf den 5. Platz.
Jule Hingst wurde kampflos Erste, weil sich in der Gewichtsklasse bis 31 kg bei der weiblichen Jugend keine Gegner fanden. Im Freundschaftskampf gegen einen Jungen führte sie zunächst, unterlag dann aber am Ende knapp nach Punkten. Bei den Frauen gab es kampfloses Gold für Angelina Schmidt (65kg).
Im 31 kg – Limit der Jugend C behauptete sich als einer der jüngsten Starter Ben Münchow. Zwar verlor er gegen den Rostocker Klim Kertner, brachte aber das Publikum mit mehrfachen Brückenüberschlägen zum Staunen. Er belegte am Ende den zweiten Platz und wurde außerdem als Bester Kämpfer seiner Altersklasse ausgezeichnet. Ebenfalls zum jüngsten Jahrgang seiner Altersklasse gehörend hatte es Sulim Abdursakow recht schwer. Die Gegner waren ihm teilweise körperlich überlegen, aber er ließ sich nicht beeindrucken und gab auch in scheinbar hoffnungslosen Situationen nicht einfach auf. Unter den sechs Startern der Gewichtsklasse bis 38 kg konnte er sich immerhin auf dem 4. Platz behaupten. Samad Abdursakow (50 kg, Jgd. C) unterlag Dalgat Amirov. Das war das erste Mal, dass Samad gegen den Neubrandenburger verlor. Der war durch seinen Trainer instruiert, diesmal nicht selbst anzugreifen, sondern abzuwarten und von Samads Fehlern zu profitieren. Das kleine Starterfeld in dieser Gewichtsklasse brachte dem Greifswalder aber dennoch Silber. Kampflos, weil ohne Gegner, gab es Gold für Tim Wichmann (Jugend C, 54 kg). Auch Tim konnte einen Freundschaftskampf gegen den Neubrandenburger 50 kg Mann nicht für sich entscheiden. Geworg Ibashyan gewann in der Gewichtsklasse bis 58 kg Gold vor Marlon Plönzke. Der jüngere Marlon ließ sich diesmal nicht so beeindrucken und konnte auch mit einem Wurf punkten. Tom Hingst (Jgd. C, +58 kg) macht zwar ein gutes Training, hatte aber hier nicht den Mut, Technik zu probieren und kam auf den 4. Platz.
Bei den Kadetten gab der erst seit ein paar Monaten in Greifswald trainierende Artur Leimann im 63 kg Limit einen guten Einstand. Der aus Kasachstan kommende Freistiler sicherte sich hier im klassischen Stil Silber. Gut verkaufte sich auch Eric Uteß (69 kg, Kadetten), der am Ende auf Platz 4 landete. Gold gab es nach drei Schultersiegen für Karl Marbach (Kadetten, 85 kg). In er schwersten Gewichtsklasse (+85kg) gab es für Artur Schmidt kampflos, weil ohne Gegner, Gold.
Marion Groß dankt als Vereinsvorsitzende allen, die dafür gesorgt haben, dass das Traditionsturnier wieder ein Erfolg wurde: allen helfenden Mitgliedern, Eltern, Großeltern und Freunden des Ringkampfsports.
U.Marbach

Norddeutsche Meisterschaften 2015

Die Teilnahme an der Norddeutschen Meisterschaften in Berlin bescherte den Greifswalder Ringern am Pfingstwochenende einen wahren Medaillenregen. Mit nur acht Athleten sicherten sie sich damit einen dritten Platz in der Vereinswertung. Insgesamt dabei waren 131 Sportler aus 29 norddeutschen Vereinen, u.a. aus Hamburg, Hannover, Kiel, Berlin, Salzgitter, Leipzig und Potsdam.
Fünf Greifswalder beendeten die Titelkämpfe dabei sogar mit dem höchstmöglichen Erfolg, dem Titel des Norddeutschen Meisters. Bei den Männern waren dies Peter Groß (85 kg) und ganz überzeugend Bahaeddin Moradi (98 kg), in der Jugend B/C Samad Abdursakow (54 kg) und kampflos, weil ohne Gegner, Geworg Ibashyan (58 kg). Einen Freundschaftskampf konnte Geworg für sich entscheiden. In der A/B Jugend konnte Karl Marbach (85 kg) fünf Kontrahenten hinter sich lassen und sich den Titel sichern. Den Vizemeistertitel gab es bei den Männern für Ilian Marziev, der sich in einem spannenden Kampf, in dem er nach der ersten Runde noch nach Punkten vorn gelegen hatte, lediglich dem Berliner Michael Martinke geschlagen geben musste. Alle anderen Begegnungen entschied er überlegen für sich und präsentierte sich technisch besonders gegen Koray Acik vom TSV Wandsetal, den er mit Achselwurf zwei Mal Zu Boden brachte und am Ende schulterte. Ebenfalls Silber erkämpfte sich Tim Wichmann (54 kg) in der B/C-Jugend, der sich lediglich von seinem Teamkollegen Samad auf die Schulter hebeln ließ. Bei allen anderen Gegnern behielt Tim die Oberhand. Im 46kg-Limit derselben Altersklasse erkämpfte sich auch Max Fritzsche den Vizemeistertitel. Er hatte lediglich gegen den Berliner Ayub Gedaev das Nachsehen. Drei weitere Kämpfe konnte er jedoch für sich entscheiden. Dabei setzte er immer wieder auf den Armdreher, den er aber häufig nicht sauber zog und darum Punkte abgeben musste. Im letzten Kampf änderte er darum die Taktik und beförderte den Hamburger Alp-Turan Kumalar mit Kopf-Hüft-Wurf auf die Schulter.
Auch die folgenden Wochen werden den Greifswalder Ringern Leistungen abfordern. Neben dem Warnemünder Traditionsturnier, werden sie sich in Vorbereitung auf die Ligasaison in Lübtheen Mannschaftskämpfen stellen.

Ute Marbach

Deutsche Mannschaftsmeisterschaft Jugend 2015

Am vergangenen Wochenende fanden im nordbadischen Ladenburg die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Ringen statt. 13 Mannschaften aus mehreren Landesverbänden kämpften mit ihren Jugendteams (Altersbereich 14-18 Jahre) um den Mannschaftstitel. Gerungen wurde in zehn Gewichtsklassen von 42 bis 100 kg.
Mit dem KSV Köllerbach und dem KSV Riegelsberg waren auch die Finalisten aus dem Vorjahr vertreten, doch wie sich zeigte, werden besonders im Mannschaftsbereich die Karten in jedem Jahr neu gemischt. Diesmal hatte der TSV Westendorf aus Bayern die Nase vorn, unterstützt von einer stimmgewaltigen Fangruppe, die für Stimmung in der Halle sorgte. Vizeweister wurde der KSV Winzeln.
Für Mecklenburg-Vorpommern ging die KG RV Lübtheen an den Start. Zu dieser Kampfgemeinschaft haben sich Athleten des Greifswalder Ringervereins, des SAV Torgelow und des Ringervereins Lübtheen zusammengefunden, da keiner der Vereine aus eigener Kraft eine vollständige Mannschaft aufzustellen vermag. Die Jugendmannschaft aus dem Nordosten sorgte für eine große Überraschung. Nach über 10 Jahren erkämpfte sich das Team bei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften endlich wieder Edelmetall. Dass man mit drei Deutschen Einzel- und einem Vizemeister im Team rechte gute Chancen hatte, wusste man. Aber leider konnte das Team wegen kurzfristiger Ausfälle nur acht der zehn Gewichtsklassen besetzen. Mit den fehlenden Startern in den Gewichtsklassen 42 kg und 69 kg gingen bei jedem Mannschaftsduell schon mal acht Punkte auf das Konto des jeweiligen Gegners.
Dennoch startete die norddeutsche Kampfgemeinschaft am Freitag optimistisch in die erste Runde, die ihr dann auch gleich einen Sieg über den Dauerrivalen SV Luftfahrt Berlin brachte. Mit einem 20:12 Erfolg war das ein hoffnungsvoller Start in die Meisterschaften. Am Samstag konnte dann der Vorjahresvizemeister KV Riegelsberg mit 21 zu 12 sicher besiegt werden. Gegen den KSV Winzeln aus Baden Württemberg musste sich das Team mit nur einem Punkt (19:20) geschlagen geben und verpasste damit das Finale um Platz 1.
Hoch motiviert aber sah das Team dem kleinen Finale entgegen. Im anderen Pool hatten sich die Ringer der WKG Weitenau/Wieslet für den Kampf um Platz drei qualifiziert. Mit einem Endergebnis von 18:15 sicherte sich die norddeutsche Kampfgemeinschaft in einem spannenden Duell Bronze.
Für die Kampfgemeinschaft RV Lübtheen holten Punkte: Silvio Klink (46 kg, Lübtheen), Kevin Tran (54 kg), Alexander Ginc (58 kg), Andrej Ginc (58 kg, alle Torgelow), Ilian Marziev (76 kg, Greifswald), Alexander Biederstädt (85 kg, Lübtheen) sowie Artur Schmidt und Karl Marbach (beide 100 kg, beide Greifswald). Für Maurice Fittig (50 kg, Torgelow), den jüngsten im Team, waren die Gegner diesmal noch zu stark.
Der definitiv verdiente Bronzerang der Kampfgemeinschaft RV Lübtheen ist ein respektables Ergebnis für das Land Mecklenburg-Vorpommern und zeugt vom ausgezeichneten Training in den drei Vereinen. „Jetzt fragt man sich natürlich, was wäre gewesen, wenn wir komplett gestanden hätten“, grübelt Trainer Groß. „Aber natürlich werden wir auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.“

Ute Marbach