Alle Beiträge von Marion Groß

Mitteldeutsche Meisterschaften Männer

Im brandenburgischen Luckenwalde wurden am vergangenen Wochenende die Offenen Mitteldeutschen Meisterschaften der Männer ausgetragen. Neben den mitteldeutschen Landesverbänden Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg waren auch Sportler aus Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Berlin angetreten. Insgesamt kämpften in den zwei Stilarten ca. 120 Aktive auf den drei Matten der Fläminghalle um die Medaillen.
Der Greifswalder Ringerverein war mit vier Sportlern präsent.
Für Khasan Akbedaev war es ein kurzes Turnier. Im 55 kg Limit wurde er kampflos Mitteldeutscher Meister, da sein einziger Gegner verletzungsbedingt aufgeben musste. Auch bei Artur Leimann (67kg) wollte keine Freude über die Bronzemedaille aufkommen. Die erhielt er nach zwei Niederlagen schließlich nur, weil auch in der Gewichtsklasse bis 67kg nur drei Sportler gemeldet waren. „Ist das blöd“, stöhnt der junge Greifswalder, „wenn du alles verloren hast und dann doch eine Medaille bekommst.“ Da konnten ihn auch die aufmunternden Worte von Ceven Matthes, der hier nicht nur selbst startete, sondern auch die Funktion des Teambetreuers wahrnehmen musste, nicht trösten. Immerhin hatte Artur sich als 17jähriger ja hier Männern gestellt.
Ceven Matthes (87 kg) musste sich seine Medaillen dagegen hart erkämpfen. In der ersten Begegnung ging er schnell unglücklich zu Boden, hatte dann den Rollen von Thomas Leffler (RSV Rotation Greiz) nichts entgegenzusetzen und verlor wegen Technischer Überlegenheit des Gegners. Das sollte jedoch seine einzige Niederlage bleiben. Die zweite Runde beendete er mit einem schönen Sieg über Roman Chernov vom KFC Leipzig. Beim Punktestand von 10:2 ertönte hier schon kurz vor dem Ende der ersten Kampfzeit der Abpfiff wegen Technischer Überlegenheit. Ein spannendes Duell lieferte er sich anschließend mit Dustin Löser (RSK Gelenau). Die beiden schenkten sich nichts, beide punkteten abwechselnd. Ceven lag mit 8:5 in Führung, als ihm ein schöner Kopf-Hüft-Wurf gelang, in dessen Folge er seinen Kontrahenten schultern konnte. Am Ende freute sich Ceven über verdientes Silber.
Ebenfalls Silber gab es für Karl Marbach (97 kg). Auch er startete mit einer Niederlage. Dem vier Jahre älteren Chris Schneider vom RV Thalheim war er jedoch nur nach Punkten (5:2) unterlegen. Wieder einmal brauchte Karl Zeit, um in den Kampf zu finden. Ließ er sich in den ersten Sekunden noch einmal aus der Kampfzone drängen und wegen Passivität bestrafen, kam er mit jeder Minute besser zurecht und konnte selbst punkten. Erfreulich auch sein enormer Konditionsgewinn in den letzten Monaten. Im folgenden Turnierverlauf konnte Karl zwei Begegnungen technisch überlegen für sich entscheiden. Sven Betschke vom SAV Leipzig besiegte er 9:0, Lukas Kästel vom RSK Gelenau 9:1. In beiden Kämpfen punktete er vor allem mit Rumreißer, Satiev und Rolle. Nach Kämpfen gegen erheblich ältere Athleten am Ende damit verdientes Silber für den erst 17jährigen Greifswalder bei diesem Männerturnier.
Ute Marbach

DM Jugend B und Osterturnier Utrecht

Auch bei der Deutschen Meisterschaft der B-Jugend (Jg 2004/2005) in Frankfurt/Oder war in diesem Jahr für die Greifswalder Ringer nichts zu holen. Dabei hatte Trainer Manfred Groß seinem Schützling Ben Münchow im mit 18 Startern besetzten 38kg-Limit durchaus eine Medaille zugetraut. In der ersten Runde lief es auch super für den Greifswalder. Nach drei Minuten konnte er bei einem Punktestand von 16:5 Daniel Bershauer vom ASV Karthause schultern. In der zweiten Runde zeigte sich Ben eigentlich noch überlegener, beherrschte Henning Prütz aus Farnkfurt/Oder scheinbar ganz sicher. Er lag bereits 10:0 in Führung, als sein Gegner ihn mit einem Kopf-Hüft-Wurf überraschte und schulterte. Trainer Groß weiß: „Hier war Ben zu aufgedreht. Er sollte eigentlich nur noch sicher verteidigen, stürmte aber weiter vor.“ Die folgende zweite Niederlage gegen Erik Negwer aus dem Erzgebirge, den späteren Vizemeister, bedeutete für Ben dann das Ausscheiden. Am Ende stand ein 11. Platz zu Buche.
Vincent Below und Marc Denz blieben in der Gewichtsklasse bis 57kg in diesem Jahr noch ohne Chancen. Bei Pech im Los standen sich die beiden Greifswalder in der ersten Runde gleich gegenüber. Hier war Vincent erfolgreich und konnte seinen Teamkollegen schultern. Die folgende Begegnung verlor er jedoch und war damit aus dem Rennen um die Medaillen. Auch Marc konnte keinen Sieg mehr verbuchen. Am Ende Platz 11 und 16 für die beiden Greifswalder.
„Für meine drei Jungs waren dies die ersten Deutschen Meisterschaften. Das war alles wahnsinnig aufregend für sie. Bei Marc und Vincent hatten wir uns noch nichts ausgerechnet, aber Ben hätte um Bronze ringen müssen. Da waren Gegner in seinem Pool, die er hätte bezwingen können. Aber dieser Anspannung war er einfach noch nicht gewachsen. Nächsten Jahr läufts besser“, resümiert Trainer Groß.

Lediglich ein Greifswalder Sportler startete bei Europas größtem Jugendturnier „Easter Wrestling“ im niederländischen Utrecht. Bei diesem zum 49. Mal ausgetragen Turnier starteten 691 Athleten aus 21 Ländern der Welt.
Im nordisch ausgetragenen Turnier verlor Karl Marbach (97kg) lediglich die erste Begegnung gegen Ungarns Junioren-Weltmeisterschaftsteilnehmer Robert Ersek, den späteren Turniersieger. Offensichtlich noch nicht ganz dabei, ließ er sich hier gleich in den ersten Sekunden von einem Armdreher überraschen und anschließend rollen. Zwar gab er im weiteren Kampfverlauf keine Wertungen mehr ab, konnte aber auch selbst nicht punkten. „So einem Armdreher kann man mal nachgehen, aber die anschließende Rolle hätte Karl nicht abgeben dürfen. Hier fehlt ihm noch Biss im Kampf um jede Wertung“, sind sich sein Heimtrainer Groß und Andreas Bering, Karls Trainer an der Sportschule Leipzig, einig. Im folgenden Turnierverlauf blieb Karl ungeschlagen. Zunächst sicherte er sich mit Satiev und Durchdreher einen 8:0 Sieg über den Schweizer Jeremy Vollenweider. Ebenfalls 8:0 und damit ein weiterer Sieg wegen technischer Überlegenheit gelang ihm gegen Giorgi Shavadze aus Georgien. Gegen Mirco Lemaic vom SV Fellbach erkämpfte Karl über die volle Kampfzeit von sechs Minuten einen 4:2 Punktsieg. Noch vor zwei Wochen war Karl bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften nach einer 2:1 Punktniederlage gegen Lemaic im Viertelfinale ausgeschieden. Damals hatte Karl geführt, bevor ihm wegen angeblicher Beinarbeit Sekunden vor dem Ende Punkte abgezogen wurden. „Ich weiß nicht, ob ich lachen oder heulen soll,“ kommentiert Karl nach diesem Kampf. „Natürlich bin ich froh, Lemaic besiegt und damit die Möglichkeit der Revanche genutzt zu haben. Aber wenn ich daran denke, dass mich bei der deutschen Meisterschaft die vermeidbare Niederlage gegen ihn von einer Medaille getrennt hat, bin ich echt sauer.“
Mit zwei Siegen wegen Technischer Überlegenheit sowie einem Punktsieg hat sich der noch 17jährige Karl in der Altersklasse der 18-20jährigen die Silbermedaille erkämpft. Andreas Bering erläutert, dass solche hochkarätigen Turniere mit hoher internationaler Beteiligung wichtig für Karl seien, um Vertrauen in die eigene körperliche Kraft aufzubauen und die Erkenntnis zu festigen, dass er vorn mitringen kann, wenn er weiter diszipliniert seine technischen Fähigkeiten ausbaut.
Ute Marbach

DM Junioren

Einen weiten Weg hatten unsere zwei Athleten am vergangenen Wochenende zu bewältigen. Zusammen mit Trainer Manfred Groß ging es nach Hemsbach (Nordbaden) zu den diesjährigen Titelkämpfen der Junioren.
Schon nach dem Wiegen und der Auslosung der Kampfansetzungen stand fest, dass es besonders für den erst 17jährigen Karl Marbach in der mit 13 Kämpfern stark besetzten Gewichtsklasse bis 97 kg schwer werden würde, ganz weit nach vorn zu kommen. Unglücklicherweise trafen nämlich alle Medaillengewinner der Vorjahre in seiner Gruppe zusammen, während die erste Gruppe mit weniger bekannten Athleten besetzt war. Positiv allerdings, dass Karl die erste Begegnung gegen Kilian Marcus Schäfer vom KSV Köllerbach mit 8:0 technisch überlegen beenden konnte. Im Viertelfinale gegen Mirco Lemaic vom SV Fellbach unterlag er dann jedoch nach Punkten 2:1. So richtig zufrieden zeigte sich Trainer Groß nicht. Allerdings zweifelte er eher an den Entscheidungen der Kampfrichter als an der Kampfleistung seines Schützlings. Karl wurde in Führung liegend die Wertung wegen einer vermutlichen Beinarbeit wieder abgezogen, was am Ende die Niederlage bedeutete. Da sein Kontrahent auch nicht das Finale erreichte, blieb dem Boddenstädter die Chance auf die Hoffnungsrunde und damit der Kampf um die Bronzemedaille verwehrt. Am Ende stand ein 8. Platz zu Buche. „Karl hat noch Zeit“, tröstet Trainer Andreas Bering von der Sportschule in Leipzig, an der Karl seit einem halben Jahr trainiert. Und Heimtrainer Manfred Groß pflichtet ihm bei: „Mit 17 zählte Karl hier zu den Jüngsten im Feld der bis zu 20 Jahre alten Athleten, der kann in den kommenden Jahren bei den Junioren noch zwei Mal angreifen.“
Auch Artur Schmidt (130kg) gewann seinen Auftaktkampf gegen Marvin Söll vom AC Werdau technisch überlegen und kam somit eine Runde weiter. Anschließend blieb er jedoch gegen Julian Lifke ohne Chancen. Als Zweitplatzierter seines Pools konnte er dann im Kampf über Kreuz gegen den Erstplatzierten des anderen Pools, den späteren Deutschen Meister Franz Richter aus Markneukirchen, nichts ausrichten. Auch im Finale um den 3. Platz konnte Artur gegen Julian Lifke nicht punkten. Allerdings muss gesagt werden, dass der Athlet vom KSV Appenweier ca. 25 kg mehr auf die Waage brachte. „Artur war auch auf Grund arbeits- und krankheitsbedingter Trainingsausfälle nicht optimal in Form“, räumt Trainer Groß ein. „Dafür ist der vierte Platz am Ende dann doch ganz gut und auch ihm bleibt ja noch ein Jahr bei den Junioren.“
Für Mecklenburg-Vorpommern gab es dann aber doch noch einen Meistertitel. Den holte sich im 60kg-Limit Andrej Ginc, Ausnahmetalent des SAV Torgelow und Schüler der Sportschule Frankfurt/Oder. Sten Brauer (55kg), ebenfalls SAV Torgelow, blieb ohne Chancen.
Ute Marbach

 

Norddt. Meisterschaften

Die Norddeutschen Meisterschaften, die am letzten Wochenende in Lübtheen ausgetragen wurden, gestalteten sich zu einem Mammutturnier. Von 11:00 bis 21:00 Uhr wurden in den einzelnen Gewichtsklassen der Altersklassen B/C- Jugend, A-Jugend und Männer in beiden Stilarten auf vier Matten die Meistertitel ermittelt.
Für die elf Greifswalder Ringer um Trainer Manfred Groß standen am Ende zehn Platzierungen im klassischen Stil zu Buche. Ferner gab es dann noch einen vierten Platz für Marc Denz (57 kg, Jugend B/C), der sich nach einem Punktsieg und einer Schulterniederlage im kleinen Finale seinem Teamkollegen Sulim Abdursakow geschlagen geben musste. Malte Plaehsmann landete im 80kg-Limit der Jugend A auf dem 6. Platz, hatte sich aber unter anderem drei Athleten der Sportschule Frankfurt/Oder stellen müssen.
„Ein sehr gutes Turnier kämpften Ben Münchow und Ceven Matthes“, lobt Trainer Groß seine Schützlinge, „wobei Ceven natürlich schon ein alter Fuchs auf der Ringermatte ist.“ Mit zwei Punktsiegen und einem Schultersieg erkämpfte er sich in von Kraft und Kondition bestimmten Kämpfen die Goldmedaille im 87kg-Limit der Männer. „Mit Ben haben wir in den letzten Wochen verstärkt die Wurftechniken trainiert. Schön, dass er hier mit Schulterwurf und Armdreher punkten konnte. Dass er dann dem Torgelower Max Flatau in einen Kopf-Hüft-Wurf lief, der zur Schulterniederlage führte, kann mal passieren,“ erklärt der Trainer. Am Ende gab es für Ben nach zwei Schultersiegen und zwei Niederlagen wegen der Punkteverteilung doch noch verdient Silber in der Gewichtsklasse bis 38 kg der Jugend B/C.
Silber erkämpfte sich mit zwei Schultersiegen auch Samad Abdursakow (65kg, Jugend A). Lediglich einem Athleten vom Türkischen Ringerverein Berlin musste er sich geschlagen geben. Für Tim Wichmann gab es in dieser Gewichtskategorie Bronze. Ebenfalls Bronze sicherte sich mit zwei Schultersiegen bei einer Punktniederlage Sulim Abdursakow.
Spannend machte es Artur Leimann. Er lieferte sich mit Abu Gadaev ein hartes Duell mit einem handballwürdigen Punktestand von 19:20. Artur lag nach Punkten zurück, als es ihm in der letzten Kampfminute dann nach Wurf doch noch gelang, den Gegner vom SV Berlin Buch zu schultern. Mit einem weiteren Schultersieg konnte er sich den Norddeutschen Meistertitel im 65kg-Limit der Männer sichern.
Mit einem Punktsieg konnte sich auch Khasan Akberdaev (Jugend A) Gold erkämpfen. Bei den Männern gab es dann zwei weitere Goldmedaillen für Artur Schmidt (130kg) und Karl Marbach (97kg). Die beiden jungen Athleten, die in drei Wochen für Greifswald bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren antreten werden, gaben hier keinen Punkt ab und siegten technisch überlegen.
In der Vereinswertung belegten die Greifswalder Ringer den vierten Platz. Vorn lag der SC Roland Hamburg vor dem 1.Luckenwalder SC und dem SV Luftfahrt Berlin.
Ute Marbach

 

Björne Cup Nyköbing und Prag Open

Greifswalds Ringertrainer Manfred Groß kann stolz sein. Sein Schützling Karl Marbach, den er seit dessen 5. Lebensjahr betreut hat, beendete die ersten beiden Wettkämpfe nach dem Wechsel an das Landessportgymnasium in Leipzig auf Medaillenrängen.

Beim internationalen Björne Cup (Bären Cup) im dänischen Nyköbing behauptete sich Karl als 17jähriger in der Altersklasse der bis zu 20jährigen auf dem Silberrang. Im nordisch ausgetragenen Turnier konnte er die Dänen Bertram Lauridsen und Sander Kristoffersen sowie den Polen Jakub Baran mit Technischer Überlegenheit vorzeitigen von der Matte schicken. Gepunktet hatte er hier vor allem mit Satiev, Runterreißer und Rolle. Lediglich dem zwei Jahre älteren Franz Richter, diesjähriger Teilnehmer der Juniorenweltmeisterschaft und Drittplatzierter der Deutschen Meisterschaft der Männer, musste sich Karl geschlagen geben. Die Begegnung endete mit einem 5:1 Punktsieg für den Hünen vom Olympiastützpunkt Frankfurt/Oder. Andreas Bering, Landestrainer Sachsen, resümiert nach dem Kampf: „Karl hat ein sehr gutes Turnier gerungen. Dabei hat er Franz ordentlich Paroli geboten.“ Trotz des Turniererfolges zog Karl für sich die Konsequenz, dass es im Kraft- und Technikbereich für ihn noch einiges zu tun gibt. Umsetzen konnte er dies dann auch gleich beim sich anschließenden gemeinsamen Trainingslager mit dem dänischen Nationalteam und dem Team vom Olympiastützpunkt Frankfurt/Oder.

In der tschechischen Hauptstadt gelang es Karl an diesem Wochenende, beim Internationalen Kadettenturnier Prag Open den Turniersieg einzufahren. Und dies, obwohl Trainer Andreas Bering moniert, dass „Karl zwar schon vieles umsetzte, aber noch nicht alles reibungslos verlief, so wie ich es mir vorstelle“. Im mit acht Startern besetzten 100kg Limit bezwang Karl nach zwei Vorrundensiegen im Finale dann auch Marcel Albini. Noch in der Pause hatte es nach zwei Passivitätswertungen 1:1 gestanden. Kurz danach konnte Karl den Tschechen zu Boden zwingen und den gewandelten Punktestand von 3:1 über die Zeit bringen. „Im Finale war ich recht sicher, aber die beiden Vorrundenkämpfe waren eine ganz schöne Zitterpartie. Irgendwie hab ich da neben mir gestanden, da hat mir die Übersicht gefehlt“, gesteht der Greifswalder. Im ersten Kampf gegen Tomasz Wawrzynczyk, Teilnehmer der Kadettenweltmeisterschaft, hatte Karl 3:1 zurückgelegen, dann aber nach einem Blick auf die Wettkampfuhr alles in einen Hüftangriff gelegt und den Polen noch kurz vor dem Abpfiff geschultert. Noch spannender hatte Karl es im zweiten Kampf gemacht. Hier lag er, nachdem sein Gegner mit Kopfrolle gepunktet hatte, mit 19:8 im Rückstand. „Ich dachte, die Kraft hast du nicht, das aufzuholen, das geht jetzt nur noch auf Schulter“, verrät der Greifswalder. Und so legte er alle Kraft und Schnelligkeit in eine Aktion und beförderte den Polen Dominik Krawczyk ebenfalls auf die Schulter. „Neben dem Turniersieg hat Karl hier auch eine große Portion Selbstvertrauen gewonnen.

Im nächsten Jahr wird es für Karl jedoch schwerer, denn seinen Platz in die Altersklasse der Junioren muss er sich dann dort erst erarbeiten. Mit dem Landestrainer Sachsens Andreas Bering und Greifswalds Trainer Manfred Groß stehen ihm jedoch zwei erfahrenen Ausbilder zur Seite.

Ute Marbach

DMM Jugend

Auf weite Reise ging es für einige Athleten des Greifswalder Ringervereins am letzten Wochenende. Ziel war der AC Heusweiler im Saarland, der Ausrichter der diesjährigen Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend (13-18 Jahre). Zusammen in einer Kampfgemeinschaft, der KG RV Lübtheen, startet man seit Jahren mit Sportlern aus Greifswald, Demmin, Lübtheen und Torgelow, um den jungen Ringern die Chance zu geben an solchen Events teilzunehmen. In diesem Jahr verstärke man sich zudem mit Nachwuchskämpfern aus Rostock und Warnemünde. Da die Vereins- und Kaderdichte im Land sehr gering ist, kann man nur in einer Gemeinschaft an solchen Turnieren teilnehmen bzw. bestehen. Im Team der KG am Ende auch 3 Sportler aus der Hansestadt Greifswald, Samad Abdursakow (63 kg), Artur Lehmann (69 kg) und Artur Schmidt (100 kg) standen mit ihren Mannschaftskameraden auf der Matte und erzielten am Ende bei zwei Niederlagen und einem Sieg ihrer Mannschaft den 9. Platz in der Endabrechnung der 13 teilnehmenden Mannschaften. Mit jeweils einem Einzelsieg holten die drei Kämpfer wichtige Mannschaftspunkte, wobei Artur Schmidt in der schwersten Kategorie kurzfristig für den frischgebackenen Deutschen Meister Karl Marbach einsprang, der sich beim Abschlusstraining verletzt hatte. Auch für Artur war der Einsatz nicht einfach, so hinderten ihn krankheitsbedingte Trainingsausfälle an einem überlegenen Auftritt. Artur Leimann überzeugte mit einem Schultersieg gegen den KSV Neuss (NRW), den Kampf verlor die KG Lübtheen allerdings mit 8:25 am Ende. Hingegen Samad Abdursakow mit seinem Schultersieg gegen den KSV Köllerbach (Saarland) zum 24:13 Mannschaftssieg entscheidende Punkte brachte. Greifswald Ringertrainer Manfred Groß am Ende natürlich nicht ganz zufrieden: “Schade das mit Karl Marbach ein Kämpfer gefehlt hat, der in letzter Zeit in bestechender Form war, toll natürlich das Artur Schmidt noch kurzfristig einspringen konnte, gespannt wäre ich auf die weiteren Einsätze unserer Athleten gewesen aber die zweite Niederlage im dritten Duell gegen die AB Aichhalden verhinderte weitere Einsätze der Sportler”. Gegen das Team aus Württemberg verlor man am Ende mit 14 zu 17 denkbar knapp, allerdings musste man durch zwei nicht besetzte Gewichtsklassen (42 und 46 kg) schon in jedem Duell einen 8 Punkterückstand aufholen.

Starter für die KG RV Lübtheen: 50 kg Moritz Langer (PSV Rostock), 54 kg Daniel Gielow (SV Warnemünde), 58 kg Silvio Klink (RV Lübtheen), 63 kg Kevin Tran (SAV Torgelow) und Samad Abdursakow (Greifswalder RV), 69 kg Jan-Lukas Block (RV Lübtheen und Artur Lehmann (Greifswalder RV), 76 kg Marten Scheel (RV Lübtheen), 85 kg Nikita von Steuben (SAV Torgelow) und 100 kg Artur Schmidt (Greifswalder RV)

Platzierungen: 1. SV Luftfahrt Berlin, 2. KSK Konkordia Neuss, 3. KSV Tennenbronn,… 9. KG RV Lübtheen

Uwe Bremer

 

Deutsche Meisterschaft Jugend A

Zwei Medaillen konnte Karl Marbach vom Greifswalder Ringerverein bei Deutschen Meisterschaften schon in den Norden holen. In der B-Jugend hatte er sich 2014 und 2015 bereits Bronze und Silber erkämpft. Doch das erhoffte Gold blieb bisher aus. Am vergangenen Wochenende nun hat sich sein Traum endlich erfüllt. Bei den Deutschen Meisterschaften der A-Jugend (Altersbereich 15-17 Jahre) im griechisch-römischen Stil komplettierte er seinen Medaillensatz. Mit einer grandiosen Leistung sicherte er sich die Goldmedaille und ist damit Deutscher Meister in der 100kg-Kategorie. „Das war ja eigentlich schon im letzten Jahr fällig“, gesteht der 16jährige. Da allerdings war der Greifswalder erkrankt an den Start gegangen. Heute weiß er, dass ihn nicht nur die körperliche Beeinträchtigung ausbremste. „Im letzten Jahr bin ich noch ohne Plan in meine Kämpfe gegangen. Jetzt guck ich mir meine Gegner vorher an, um mir im Kampf nicht ihre Fassart aufzwingen zu lassen.“ Nur so war es auch möglich, dass Karl diesmal durch das Turnier marschierte, ohne einen einzigen Punkt abzugeben.
Die Titelkämpfe waren mit 158 Teilnehmern aus 91 Vereinen der 15 Landesverbände sehr stark besetzt. Unter den Augen von Nachwuchs-Bundestrainers Maik Bullmann wurden im südhessischen Birkenau im Odenwald insgesamt 290 Kämpfe ausgetragen, um die Sieger in den zehn einzelnen Gewichtsklassen zu ermitteln. Wer sich vom frühlingshaften Wetter nicht locken ließ, erlebte hier drei Tage großartigen Ringkampfsports.
Karl kam zwar optimistisch vom Wiegen, doch nach der Pooleinteilung war er zunächst skeptisch: „Ich hatte wieder mal kein Glück.“ Das Los führte Karl in den stärkeren Pool. Hier sollte er u.a. auf den Vizemeister des Vorjahres treffen. Trainer Manfred Groß blieb davon unbeeindruckt. „Karl wird Deutscher Meister“, hatte der schon seit Wochen augenzwinkernd prophezeit.
Seinen ersten Kampf gegen den Hessen Nico Weiss ging Karl am Freitag noch verhalten an, sicherte sich mit Rollen nach Runterreißer acht Punkte und brachte diesen Punktvorsprung sicher über die Zeit (8:0). Am Samstag ließ er keinen Zweifel über sein Ziel aufkommen. Nach nur 32 Sekunden war der Kampf gegen Max Leipold wegen Technischer Überlegenheit (16:0) beendet. Karl hatte den Thüringer durch Satiev zu Boden gebracht und dann ein Feuerwerk gestartet. Von Trainer Groß angefeuert drehte er den Gegner sieben Mal ohne abzusetzen. „Schön zu Ende gerungen“, lobt der Trainer. Auch Fabian Kiefer, der Angstgegner, weil Vizemeister des Vorjahres, sollte Karl nun nicht mehr aufhalten. Karl ließ auch hier keinen Angriff zu und brachte das Pfälzer Schwergewicht mehrfach zu Boden, um mit der Rolle zu punkten. Am Ende löste der 12:0 Punktsieg einen Freudenschrei des Greifswalders aus, denn damit war der Einzug ins große Finale gesichert. Und hier stellte Phillip Atorf, den Karl schon bei den Norddeutschen Meisterschaften bezwungen hatte, keine wirkliche Herausforderung mehr dar. Auch den Berliner konnte er passiv stellen, mehrfach drehen und mit diesem Punktsieg (11:0) den Meistertitel festmachen.
Trainer Manfred Groß und sein Schützling sind gleichermaßen stolz. Nach dem Erfolgsgeheimnis befragt, lobt Groß den Ehrgeiz des Jungen. „Karl ist kein Naturtalent, der hat sich das alles hart erarbeitet, trainiert ausnahmslos jeden Tag. Zweimal wöchentlich auf der Matte, täglich im Kraftraum.“ Und Karl ergänzt: „Wir sind ein gutes Team. Ich habe Trainingspartner, die durchweg älter und erfahrener sind als ich und mich in den letzten Monaten extrem unterstützt haben. Und mein Trainer steht immer hinter mir. Der hat es nicht leicht mit mir, muss mich immer aufbauen.“
Für Greifswald ist Karls Goldmedaille neben den Bronzemedaillen von Artur Schmidt im 120kg-Limit der Junioren und Geworg Ibashyan im 76kg-Limit der B-Jugend in diesem Jahr die dritte Meisterschaftsmedaille. „Nach vier Jahren hat Greifswald endlich auch wieder einen Deutschen Meister“, strahlt Trainer Groß, für den dies sicherlich größter Lohn und Dank für seine Arbeit ist.
Karls Auftritt blieb nicht unbemerkt. Nachwuchs-Bundestrainers Maik Bullmann lud ihn nach der Meisterschaft zu einem Internationalen Turnier und einem Kaderlehrgang der Kadetten nach Rostow am Don (Russland) ein.

weitere Platzierungen Mecklenburg-Vorpommern:
  5. Platz     Moritz Langner, 46kg, FR
7. Platz     Marten Scheel, 76kg, GR
10. Platz     Fabian Schmit, 63kg, FR
14. Platz     Eugene Gallinat, 69kg, GR
15. Platz     Daniel Gielow, 54kg, GR

Ute Marbach

 

Artur Schmidt holt Bronze bei Juniorenmeisterschaft

Über einen erfolgreichen Meisterschaftsauftakt können sich die Ringer Mecklenburg-Vorpommerns freuen. Fünf Medaillen gab es für die Athleten aus dem Nordosten bei den Titelkämpfen der Junioren (17-20 Jahre) in Frankfurt/Oder. Gold erkämpften sich Andrej und Alexander Ginc aus Torgelow im 55 bzw. 60 kg Limit im griechisch-römischen Stil. Das Brüderpaar festigte damit die Garantie auf weitere Einsätze in der Nachwuchsnationalmannschaft. Bronze sicherten sich Alexander Biederstädt (96 kg, Lübtheen) und Sebastian Nehls (74 kg, Warnemünde) im freien Stil. Ebenfalls über Bronze, allerdings im griechisch-römischen Stil, kann sich der Greifswalder Artur Schmidt freuen, der mit seiner Platzierung im 120kg-Limit für eine Überraschung sorgte. „Artur ist gut, aber dass er in seinem ersten Jahr bei den Junioren eine Medaille holt, hatten wir nicht wirklich erwartet“, freut sich Greifswalds Ringertrainer Manfred Groß und erklärt: „In den letzten Monaten konnte er nämlich ausbildungsbedingt nicht konstant trainieren.“
„Herr Groß hat bezüglich des Gewichts gepokert. Weil die Gewichtsklasse bis 96 kg so stark besetzt war, ließ er mich im 120kg Limit starten. Mit 98 kg war ich da allerdings ein Leichtgewicht“, ergänzt Artur die Ausführungen seines Trainers.
Doch die Rechnung ging auf. Artur startete mit einem Punktsieg über Matthias Wimmer aus Bayern. Zwar überragte der süddeutsche Athlet ihn um mehrere Zentimeter, so dass er Artur gut aufziehen und per Schulterschubser zu Boden bringen konnte, aber am Ende hatte doch der Greifswalder die Nase vorn. Mit zwei Viererwertungen für Souplesse und Wurf-Brust sicherte er sich den nötigen Punktevorsprung und den Einzug ins Halbfinale. Hier traf er auf den Deutschen Vorjahresvizemeister. Der zwei Jahre ältere Paul Schüle aus Nordbaden war ihm kräftemäßig überlegen, so dass Artur sich doch beeindrucken ließ, eher verhalten kämpfte und nach zwei Viererwertungen hier eine Punktniederlage hinnehmen musste. Schüle wurde am Ende Deutscher Meister. Im Finale um Platz 3 konnte Artur den Sachsen Marvin Söll bezwingen. Er erzielte mit Wurf-Brust und Kopf-Hüft-Wurf zwei Viererwertungen und beendete die Begegnung damit technisch überlegen (8:0) vorzeitig schon in der ersten Runde. „Es gehört schon was dazu, im 120kg-Schwergewicht zu werfen“, lobt Trainer Groß seinen wurfstarken Schützling dann auch überschwänglich. Im letzten Jahr Bronzegewinner bei in der A-Jugend hat Artur mit seiner Platzierung gezeigt, dass er auch bei den Junioren ein Wort mitzureden hat.
Für die Greifswalder geht es am kommenden Wochenende mit den Titelkämpfen bei der B-Jugend weiter. Hier werden drei Greifswalder mit dabei sein.
Ute Marbach

Mitteldt. Meisterschaften Jgd.A

Am Samstag gab es für Karl Marbach einen weiteren Erfolg. Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Luckenwalde gab er keinen einzigen Punkt ab, beendete alle drei Begegnungen technisch überlegen (15:0, 16:0 und 16:0) und wurde damit Mitteldeutscher Meister im 100kg Schwergewicht. Dabei punktete er mit Rumreißer und Rolle. „Im Stand ist Karl sehr gut, der hat Kraft, den stößt so schnell keiner um, aber im Bodenkampf muss er noch mehr geben“, fordert sein Trainer. „Warum rollst du nur einmal? Die erste Rolle ist doch die schwerste, wenn die Stütze erst einmal weggebrochen ist, musst du weiterdrehen. Es kostet doch viel mehr Kraft, immer wieder neu anzusetzen“, kritisiert er den jungen Sportler.
Am kommenden Wochenende lässt er ihn bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren antreten. Da wird er zwar noch ohne Chancen bleiben, aber er braucht Kämpfe in Vorbereitung auf die anstehenden Titelkämpfe seiner Altersklasse und im nächsten Jahr muss er ohnehin aufrücken. Mit dabei sein in Frankfurt/Oder wird in derselben Gewichtsklasse auch der ein Jahr ältere Artur Schmidt. Für ihn wird es schwer werden, ganz vorn mitzuringen, aber Hoffnungen sind bei ihm durchaus berechtigt.

 

Offene Norddt. Meisterschaften Männer/Jgd.A/B

In Schwerin gingen bei den offen ausgetragenen Norddeutschen Meisterschaften der Männer und der Jugend A und B in diesem Jahr fast 200 Kämpfer aus 46 Vereinen aus den nördlichen Bundesländern, aber auch Bayern und Polen über die Waage.
Der Greifswalder Ringerverein war mit acht Athleten in unserer Landeshauptstadt vertreten und konnte am Ende trotz des hohen Teilnehmerfeldes fünf Medaillen verbuchen.
Stark hier das Auftreten von Tom Zymara im 98kg-Limit der Männer, der sich mit vier souverän gewonnenen Kämpfen den Titel sicherte. Er startete mit einem Punktsieg (6:4) über Teamkollegen Artur Schmidt, fegte mit zwei Siegen wegen Technischer Überlegenheit (jeweils 8:0) zwei Rivalen aus Hamburg von der Matte und beendete das Turnier mit einem Punktsieg über Felix Kästner vom KSV Pausa. Trainer Manfred Groß lobt die technischen Qualitäten seines Schützlings, der hier besonders mit dem Achselwurf punktete. Tom, der bisher für Leipzig in der II. Bundesliga stand, wird nach dem beschlossenen Wegfall dieser Ligaklasse nun in der Regionalliga weiter für Leipzig antreten.
Artur Schmidt wurde in der gleichen Gewichtsklasse Norddeutscher Vizemeister. Auch Peter Groß zeigte sich in Bestform. Zwar blieb er gegen den Berliner Simon Papsdorf ohne Chancen (0:6), konnte aber Aron Fauth vom SV Buch schultern und die Kontrahenten aus Potsdam und Hannover technisch überlegen bezwingen. Peter setzt meist auf Kraft, hier überraschte er mal mit einem Wurf Brust.
In der stark besetzten 69kg-Klasse der Jugend A gab es nach zwei Niederlagen und einem Schultersieg einen 7. Platz für Artem Veselkow und einen fünften Platz für Artur Leimann. Der konnte in den Vorrunden zwei Schultersiege erzwingen, musste aber auch zwei Niederlagen einstecken. Das Finale um Platz 5 entschied er nach Punkten (5:14) für sich. „Artur ist zu ungeduldig. Er muss lernen, sich eine sichere Wurfposition zu erarbeiten“, kritisiert Trainer Groß. Norddeutscher Vizemeister wurde in dieser Altersklasse Karl Marbach. Da die Kämpfe im 100kg-Limit im freien Stil ausgetragen wurden, hatte er als Klassischer Ringer zwar schlechte Karten, konnte aber am Ende doch drei Kontrahenten ausschalten. Lediglich gegen den Berliner Freistiler Marvin Krüger musste er eine Punktniederlage (5:1) einstecken.
In der Jugend B konnte Sulim Abdursakow (50kg) nach einer Niederlage und einem Schultersieg das kleine Finale dann nicht für sich entscheiden. Geworg Ibashyan wurde kampflos Norddeutscher Meister. Da im 76kg-Limit keine weiteren Starter angetreten waren, durfte er in der Klasse bis 69kg mit ringen. Hier setzte er sich mit vier Schultersiegen ganz souverän durch. Trainer Groß lobt: „Geworg hat in den letzten Wochen einen enormen Leistungssprung gemacht.“
Ute Marbach